Rothalsgänse gehen in die Wissenschaft

Rothalsgänse mit dem wissenschaftlichen Namen Branta ruficollis gehören der Familie der Entenvögel, Anatidae, an. Darunter werden 150 Arten von Enten, Gänsen und Schwänen zusammengefasst, die wiederum in Gruppen eingeteilt werden. Insofern fallen Rothalsgänse in die Gruppe der Echten Gänse, Anserini. Diese Gruppe der Echten Gänse untergliedert sich wiederum in die Feldgänse und Meergänse. Die Rothalsgans ist eine von fünf Arten der Meergänse. Weitere Arten sind die Hawaiigans (Branta sandvicensis), die Kanadagans (Branta canadensis), die Weisswangengans (Branta leucopis), als kleinere Ausführung der Kanadagans, sowie die Ringelgans (Branta bernicla). Zwischen der Ringelgans und der Rothalsgans besteht eine enge Verwandtschaft. Rothalsgänse stellen die kleinste Meergansart dar. Meergänse lassen sich von den Feldgänsen durch ihre schwarz gefärbten Schnäbel und Füße abgrenzen. Die Feldgänse tragen hingegen rosa, orange oder graue Schnäbel und Füße.



Rothalsgänse in der Familie der Gänsearten

Rothalsgänse können eine Größe von gut einem halben Meter, nämlich 55 Zentimetern, bei einem durchschnittlichen Gewicht von ein bis eineinhalb, in Einzelfällen auch 1,7 Kilogramm erreichen. Wie bei vielen Vögeln sind die Männchen größer und schwerer als die Weibchen. Die Färbung und das Muster des Gefieders hingegen ist gleich. Auffälligstes Merkmal ihres Gefieders ist die rote Brust sowie der gleichfarbige Wangenfleck. Ansonsten ist schwarz die vorwiegende Gefiederfarbe. Die Partien im Gesicht mit Ausnahme des schwarzen Zügels, große Teile der Unterseite sowie der Bürzel sind weiß gefärbt. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Rothalsgans beträgt 17 Jahre. Mit drei bis vier Jahren erreichen die Gänse ihre Geschlechtsreife.

Ihre Balz-und Fortpflanzungszeit fällt in den Juni, einen der wenigen Sommermonate in ihrem Verbreitungsgebiet am Kaspischen Meer und vor allem an den Flüssen und Seen Sibiriens. Der Lebensraum ist die Tundra, also die weite, vorwiegend baumfreie Zone in den arktischen Gefilden, die mit Gräsern, Wollgräsern und Sträuchern übersät ist. Die Tundra ist das Sommerquartier der Rothalsgans, die vor dem sibirischen Winter Richtung Süden und Kaspisches Meer flieht. Rothalsgänse legen zwischen vier und sieben Eier.

Wo Rothalsgänse die Brutzeit einläuten

Die Brutzeit des Nests beträgt 24 bis 27 Tage, die Schlupfzeit der Küken etwa 25 Tage. Die Rothalsgans ernährt sich von Wollgras, Gras, Getreide und anderen Sämereien. Für die Küken wird das Nahrungsangebot mit Insekten angereichert. Natürliche Feinde der Rothalsgans sind vor allem Polarfuchs und diverse arten von Raubmöwen, die es insbesondere auf die Eier und die noch hilflosen Küken abgesehen haben. Ansonsten trägt der Mensch durch Eierklau und Jagd zur Gefährdung bei. Insgesamt umfasst das Vorkommen der Rothalsgans nur noch circa 50.000 Tiere. Damit wird sie nach Maßgabe der IUCN als gefährdet eingestuft.



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