Gänse in der Brut gelten als monogam…

Gänse gelten gemeinhin als monogame Tiere, was heißt, wenn sich ein Gänsepaar erstmal gefunden hat, dann bleiben die beiden Tiere ihr ganzes Leben lang zusammen. Allerdings trifft das nur auf freilebende Gänse, wie etwa die in Europa und Russland beheimatete Nonnengans zu. In der modernen Geflügelhaltung werden stattdessen ungefähr fünf Gänse zusammen mit einem Ganter, wie die männlich Gans genannt wird, gehalten.



Die Tiere, die in der Natur nicht selten sehr alt werden (in einigen Fällen auch 20 Jahre und mehr), erreichen dieses Alter in den Geflügelhaltungsanlagen verständlicherweise nicht. Dort liegt das Augenmerk vielmehr auf der Produktion einer zum Verzehr bestimmten, schmackhaften Gans. In den Brutstationen dieser Anlagen wird eine Aufzucht unter Höchstgeschwindigkeit vollzogen.

Die Brut von Gänsen während der Brutzeit

Kanadagans Ganter Brut im Nest – Foto: S. John

Zwischen 30 und 32 Tagen dauert die Brutzeit. Diese lässt sich in eine Vorbrut von etwa 25 oder 26 Tagen und einer Haupt- oder Schlupfbrut, die dann die restliche Zeit, also 4 oder auch mehr Tage in Anspruch nimmt, einteilen. Dabei gibt es einige sehr interessante Aspekte. Während dieser Brutzeit ist die Temperatur, die die brütende Gans dem Ei abgibt, unterschiedlich. Dies ist vor allem dann von Bedeutung, wenn man eine Brutmaschine benutzen will. So sinkt die Bruttemperatur von zu Beginn knapp 38°C bis zum Ende der Brutzeit um ca. ein Grad ab.

In der Brut der Gänse steht Nestbau hoch im Kurs

Wie alle Geflügeltiere bauen sich auch Gänse zum Brüten Nester. Geeignet sind dafür sehr ruhige Plätze. Sie wollen dabei nicht gestört werden. Auch eine Wasserzugang sollte immer vorhanden sein, denn Wasser benötigen die Gänse für das Bruten. Durch das Befeuchten des Gefieders halten sie die richtige Temperatur ein. In großen Aufzuchten werden die Eier auch kontrolliert besprüht. Auch das zweimalige Wenden der Eier pro Tag wird empfohlen. In der Anzahl sind es zwischen 12 und 15 Eier, die eine Gans legt und brütet. Nach den erwähnten ca. 30 Tagen schlüpfen dann junge Gänse, die man Gössel nennt.

Natürlich können die Eier, wie angesprochen, künstlich ausgebrütet werden. Darunter versteht man die Aufzucht in Brutmaschinen, also Aufzucht ohne Muttergans unter einer Heizquelle.



Dabei gilt es aber eine wichtige Tatsache zu beachten: Eine Ei sollte man der Muttergans immer lassen. Der Verlust aller ihrer Eier würde sie sonst nur unnötig schocken und so kann sie ihrem natürlichen Aufzuchttreib nachgehen. Dieses Nestei hilft der Gans ihre Brutroutine zu bewahren. So unterbindet man auch, dass die Muttergans den Appetit verliert und sorgt dafür, dass sie beim nächsten Mal wieder genauso viele Eier ins Nest legt.

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