In Europa zählen viele Vögel zu den Gänsearten

Gänse gehören nach Maßgabe der ornithologischen Klassifikation zur Ordnung der Entenvögel, Anseriformes. Innerhalb des Entenvögel sind sie der Familie der Enten, Anatidae, zuzuordnen. In der Unterfamilie der Gänse, Anserinae, umfasst die Gruppe oder der Tribus der Echten Gänse, Anserini, 16 Arten und lässt sich in die beiden Gattungen der Meergänse (Branta) sowie Feldgänse (Anser) unterteilen. Feldgänse lassen sich von Meergänse leicht am Aussehen unterscheiden. Während Feldgänse über Schnäbel und Füße in den Farben rosa, orange und grau verfügen, sind diese bei den Meeresgänse stets in schwarzer Farbe. Meergänse kommen in sechs Arten vor, als Feldgänse werden die restlichen zehn Vertreter der Echten Gänse bezeichnet. Daneben gehört auch der Tribus der Schwäne, Cygnini, zur Unterfamilie der Gänse.



Von der Graugans bis zu Kandagans – Gänsearten in Europa

Als Echte Gänse kommen in Europa die Graugans (Anser anser), die Saatgans (Anser fabalis), die Streifengans (Anser indicus), die Blässgans (Anser albifrons), die Kurzschnabelgans (Anser brachyrhynchus) sowie die Zwerg-oder Zwergblässgans (Anser erythropus) als Feldgänse vor. Vier von sechs Meergänsen haben ein Verbeitungsgebiet auch in Europa. Dazu zählen die Kanadagans (Branta canadensis), die Weisswangen-oder Nonnengans (Branta leucopsis), die Ringelgans (Branta bernicla) sowie die Rothalsgans (Branta ruficollis). Was den Tribus der Schwäne betrifft, so haben Höckerschwan (Cygnus olor) und Singschwan (Cygnus cygnus) jeweils ein ursprüngliches Verbreitungsgebiet in Europa. Des Weiteren ist der Zwergschwan (Cygnus bewickii) ein nicht unseltener Irrgast. Einige Exemplare des Trauerschwans (Cygnus atratus) wurden aus Australien eingeführt und haben mittlerweile wenn auch nur kleine Brutkolonien gebildet.

Europäische Gänsearten weisen viele Unterschiede auf

Die Arten der Gänse kommen insbesondere in Mitteleuropa und Skandinavien vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich zumeist bis in die Tundra Sibiriens, wo teilweise ausgedehnte Brutgebiete liegen. Graugans, Saatgans, die kleineren Blässgänse sowie Kanada-und Nonnengans kommen vor allem auch in Deutschland vor. Insofern bildet der Niederrhein ein beliebtes Brutgebiet. Auch Höcker-und Singschwan lassen sich in Deutschland beobachten. Das Brutgebiet des Singschwans befindet sich jedoch in der Taiga Sibiriens. Kanada-und Nonnengans, die sich beide sehr ähnlich sehen und sich allein auf Grund des wesentlichen Größenunterschieds zu Gunsten der Kanadagans unterscheiden, brüten als Meergänse in den Küstenregionen, während sich die genannten Feldgansarten auch im Hinterland in der Nähe von Seen und Flüssen antreffen lassen. Ringel-und Rothalsgans kommen nur als Wintergast nach Mitteleuropa. Gleiches gilt für die Kurzschnabelgans und Zwerggans. Die Streifengansvorkommen resultieren aus Flüchtlingen aus Gefangenschaft und Zoo. Auch die Kanadagans ist nicht autochton, wurde aber bereits im 17. Jahrhundert in Europa eingeführt.

Brandgänse, Rostgänse sowie geflohene Nilgänse gehören zur Unterfamilie der Eigentlichen Halbgänse, Tadornini, und stehen zwischen Enten und Gänsen.



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