Lebensraum und Fortpflanzung der Graugänse

Graugans im Freien Graugans beim Bad – Foto: Alexander Reitter

Die Graugans ist eine der wohl bekanntesten Gänsearten in Europa. Biologisch gesehen gehört sie zur Gattung der Feldgans und zur Familie der Entenvögel. Mittlerweile lebt eine Population von über einer Viertel Millionen Graugänse auf europäischem Gebiet. Vorzugsweise lässt sich diese Gänseart in Ost- und Nordeuropa nieder. Einzelne Kolonien sind jedoch auch in Teilen Asiens vorzufinden. Während der kalten Wintermonate wandern Graugänse im Verband in Richtung Süden. Dann sind sie vor allem in Griechenland, entlang der Adria und in Nordafrika anzutreffen. Aufgrund der veränderten Wetterbedingungen und der immer besseren Verfügbarkeit von Nahrung ließ sich in den letzten Jahren jedoch beobachten, dass einige Graugänse auch in Regionen Mitteleuropas überwinterten. Interessant ist, dass die Graugans als einer der Vorfahren der heutigen, domestizieren Hausgans angesehen werden kann.



Kleider machen Menschen – Federn machen Graugänse

Das Federkleid der Graugänse ist, wie der Name es schon erwarten lässt, grau. Halsbereich und Bauch sind dabei in einem helleren Grauton gekleidet als das restliche Gefieder. Ein Erkennungszeichen der Graugans ist weiterhin der orange-gelb gefärbte Schnabel sowie die Füße. Eine ausgewachsene Gans kann eine Körperhöhe von bis zu 90 Zentimetern erreichen. Damit ist die Graugans zum einen deutlich größer als ein Entenvogel, aber kleiner als die Kanadagans. Der Ganter, das heißt die männliche Gans, kann ein Gewicht von bis zu 4 Kilogramm erreichen. Eine weibliche Graugans erreicht ein deutlich geringeres Gewicht. Dies ist bei fast allen Vogelarten der Fall. Die Küken der Graugans zeichnen sich durch ein olivbraunes Gefieder aus. Die charakteristische graue Farbe prägt sich im Verlauf des ersten Lebensjahres aus. Auch der Schnabel und die Füße sind bei der Geburt nicht orange, sondern grau. Erst mit fortgeschrittenem Alter ändert sich dies.

Wie auch andere Entenvögel leben Graugänse üblicherweise in Kolonieverbänden. Nur in der Paarungszeit verlassen sie diese für einen bestimmten Zeitraum. Im Normalfall sind Graugänse sehr treue Tiere. Das heißt, sie leben mehrere Jahre mit dem gleichen Partner zusammen. Kommt es zum Verlust des Partners, etwa durch Tod, gehen sie eine neue Lebensgemeinschaft ein.

Besonderheiten bei der Brut der Graugans

Als Brutplatz bevorzugen Graugänse Seegebiete und Wiesen, da sie sich vorzugsweise von Gräsern ernähren. Jedes Jahr im Frühling legen die weiblichen Gänse zwischen 4 und 6 Eier in eine sogenannte Nestmulde. Danach beginnt die Zeit des Brütens. Bis zum Zeitpunkt des Schlüpfens der Küken vergeht meist ein Zeitraum von einem Monat. Die Jungtiere werden gemeinsam von den Elterntieren aufgezogen und verweilen bis zur erneuerten Brut der Eltern im kommenden Jahr im Familienverband.



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