Brandgänse sind auf den Wattenmeeren dieser Welt daheim

An den Wattenmeeren der deutschen Küste ist mit ihrem unverwechselbaren farbenfrohen Gefieder und ihrer widersprüchlichen Bezeichnung die sogenannte Brandgans einzigartig. Während sie wegen ihres langen Halses und der homogenen Färbung von Männchen und Weibchen fälschlicherweise als Gans deklariert wird, sprechen jedoch ihre spezielle Paarungsweise und ihr äußerliches Erscheinungsbild eindeutig von einer Bezeichnung als Ente. Nichtsdestotrotz hat sich im Verlauf der Jahre die Brandgans und nicht die Brandente durchgesetzt.


Sind Brandgänse Enten oder tatsächlich Gänse?

Die Brandgans gehört zur Familie der Entenvögel und ist verwandt mit den Halbgänsen. Ihr wissenschaftlicher Name lautet Tardona tardona. In ihrem ausgewachsenen Stadium erreichen die Brandgänse eine Körperlänge zwischen 59 und 66 cm und eine Flügelspannweite zwischen 110 und 132 cm. Während das maximale Gewicht der Männchen erfahrungsgemäß bei etwa 1,5 Kilogramm liegt, haben die Weibchen mit ihren etwa 850 g einen verhältnismäßig leichteren Körperbau. Ihr knallroter Schnabel steht im kompletten Kontrast zu ihrem restlichen farbenprächtigen Aussehen und ist einer ihrer besonderen äußerlichen Merkmale.

Brandgänse ernähren sich in der Regel ausschließlich von Weichtieren wie Schnecken oder Muscheln. Dabei sind sie maßgeblich von den Gezeiten abhängig geworden, da eine notwendige Nahrungssuche nur bei einer Ebbe erfolgen kann. Bei einer Flut ziehen sich die Brandgänse auf nahe liegende Sandbänken zurück, während sie auf das Tideniedrigwasser warten. Die Ruflaute der Männchen und Weibchen variieren sehr stark. Während die Männchen einen sehr hohen Ruf besitzen, geben die Weibchen einen verhältnismäßig tiefen Laut von sich, um ihre Partner anzulocken.

Eine Brandgans und ihre Partnerschaften…

Partnerschaften zwischen männlichen und weiblichen Brandgänsen entstehen vergleichsweise früh. Während die Weibchen in den meisten Fällen in ihrem zweiten oder dritten Lebensjahr brüten, beginnen die Männchen mit ihrer Fortpflanzung erst im vierten oder fünften Lebensjahr. Nach vier Wochen schlüpfen die ersten der erfahrungsgemäß acht bis zwölf gelegten Eier. Die Jungtiere verlassen bereits nach sehr früher Zeit ihre elterliche Obhut und beginnen ihrerseits eine Partnerschaft. Die Brandgänse sind vorwiegend an den europäischen Meeresküsten vorzufinden, während der Brutzeit oder des Tidenhochwassers ziehen sie sich jedoch zu nahe liegende Buchten oder Flussmündungen zurück. In Deutschland sind sie an den Küsten der Nord- und Ostsee auf Nahrungssuche. Auch die Überwinterungsgebiete der Brandgänse liegen an der Nordküste. Während ihrer Wanderung als Zugvögel sind sie überwiegend in der Nacht unterwegs.


Der Populationszerfall der Brandgänse in den letzten Jahrzehnten hat dazu geführt, dass die Brandgans in der Mehrzahl der nord- und mitteleuropäischen Ländern das ganze Jahr über geschützt sind. Da ihre durchschnittliche Lebenserwartung nur in etwa fünf Jahre beträgt, sind diese Sicherheitsmaßnahmen auch zwingend notwendig.

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