Das Leben ist ein Gänsespiel

Das Leben ist ein Gänsespiel: Je mehr man vorwärts gehet,
Je früher kommt man an das Ziel.

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Gänse haben ein bewegtes Leben…

Hausgans beim Futtern Hausgans beim Futtern – Foto: Carola Schubbel

Die Gans, die wir heute haben, leitet sich von den Graugänsen ab die hauptsächlich in Mitteleuropa heimisch sind. Sie gehören zu der Art der Entenvögel im wissenschaftlichen Sinne. Das Besondere an Gänsen sind ihre Beziehungen zueinander. Die Tiere verbindet ein starkes soziales Band zueinander. Man nimmt heute an, dass die Vögel sogar starke Gefühle wie Trauer empfinden können, ähnlich wie wir es tun. Oftmals schließen sie sich beim Tod des Partners oder der Küken aus der gruppe aus und trauern eine gewisse Zeit für sich allein.

Gänse wählen für ihr Leben nur einen Partner, mit dem sie jedes Jahr erneut Brüten und Küken großziehen. Stirbt dieser Partner, bleiben sie den Rest ihres 25 Jahre langen Lebens alleine. Wenn möglich benutzen sie um zu Brüten jedes Jahr das gleiche Nest. Sie statten es immer wieder neu aus und brüten dann etwa 30 Tage die Eier aus. In dieser Zeit bewacht der Partner das Nest und seine Gefährtin. In den meisten fällen finden sich mehrere Gänsefamilien in einer Schar zusammen und geben gegenseitig auf sich acht. Für die langen Flüge, die sie zurücklegen, ist das sehr wichtig. Ein paar Tausend Kilometer schaffen die Tiere durch die klassische V-Formation, in der immer die müden Tiere nach hinten wechseln, um den Luftwiderstand zu verringern und das fliegen einfacher zu machen. Früher hielt man die Gänse nicht nur als Fleischlieferant, sondern auch als “Wachhunde” auf großen Burgen und Höfen. Durch das laute Schnattern der Tiere wurde jeder Eindringling erfolgreich gemeldet. Ein gutes Beispiel hierfür sind u. a. Wildgänse und auch andere, artverwandte Gänse.

Der stolze Ganter und sein Verhältnis zur Gans

Der Schutz seiner Artgenossen liegt dem Ganter sehr am Herzen

Ganter in der Natur Ganter in freier Natur – Foto: Daniel Kühne

Der Ganter, der stolze Ganter, wie er über den Bauernhof rennt. Wie er seine Familie bewacht, wenn die Kleinen geschlüpft sind. Welch ein stolzer, stattlicher, schöner Vogel. Ein Ganter lebt das ganze Leben lang nur mit einer Gänsefrau zusammen, wenn sie nicht getrennt werden. Was für eine Liebe, welche Treue und welche Fürsorge!. Auf manchen Bauernhöfen übernimmt der Ganter auch die Funktion eines Wachhabenden, manchmal besser als ein Hund. Er lässt Fremde mit Hintergedanken nicht auf den Hof. Ganter können bis zu 15 Jahre alt werden. Wenn sie allerdings als Weihnachtsbraten vorgesehen sind, dann leben sie nicht so lange. Ein glücklich auf einen Bauernhof lebender Ganter gibt aber mit Sicherheit einen hervorragenden Festtagsbraten ab und ist für Liebhaber eine angemessene Alternative zur Wildgans.

Kanadagans Ganter Kanadagans Ganter – Foto: Martina Berg

Das ist anders als bei Gantern, die zusammengepfercht in einer industriellen Mastanlage leben müssen. Sie werden teilweise artfremd von Fischmehl. Ernährt. Der auf dem Bio Bauerhof lebenden Ganter ernährt sich hingegen von dem frischen Gras im Garten, von Kartoffeln, Haferflocken, Wildkräutern und Gemüse, also von dem, was der natürlichen Ernährungsweise seiner Art auch entspricht. Und das ist auch der Grund dafür, dass uns sein Fleisch viel besser schmeckt, und überhaupt nicht zu vergleichen ist mit dem nach Fisch schmeckenden Fleisch eines Ganters, der industriell gemästet wurde. Diese Art der Tierzucht sollte aufgegeben werden, nicht nur im egoistischen Interesse des Menschen und seines Geschmacks, sondern vor allem wegen der Tiere selbst. Was gibt dem Menschen das Recht, so den Tieren zu verfahren, sie auf engstem Raum zu halten und wenig Art gerecht nicht nur zu füttern, sondern zu mästen. Was viele Menschen gerne vergessen, ist, dass Wildgänse auch ein Recht auf artgerechtes Leben haben.

Die kleinen Gänsel und ihr ganz eigener Charme

Gänse während der Brutzeit

Auch die Gänse brüten wie alle Vögel in Europa im Frühjahr. Was ist das für eine Freude für den Bauern, wenn die kleinen Gänsel an der Schale von innen zu picken beginnen und wenige Stunden später nach harter Arbeit schlüpfen! Wie niedlich die kleinen Gänsel sind! Sie stehen gleich auf beiden Beinen und schnattern um die Mutter herum. Nur wenn sie müde sind, suchen sie den Schutz ihres warmen, auch vor Hitze schützenden dichten Federkleides. Es gibt Haferflocken zu fressen, gemischt mit zerhackten Brennnesseln. Das schmeckt hervorragend. Und bald färbt sich ihr flauschiges gelbes Daunenkleid etwas heller, die Flügel werden deutlich sichtbar und des öfteren freudig geschlagen. Die Gänsel laufen jetzt viel weiter von der Mutter weg. Aber baden tun sie alle gern, was bei einer Wildgans in der Regel ganz normal ist.

Gänsel Zwillinge Gänsel Zwillinge – Foto: Simke.

Heute gibt es zu viele Gänsel, die in der Brutmaschine ausgebrütet werden. Hier geschieht die Aufzucht industriell. Es gibt kein Bemuttern durch die Gänsemutter. Und auch für die pflegenden Personen ist nur wenig Zeit, sich an ihrem Niedlich Sein zu erfreuen.Das ist eigentlich kein Fortschritt. Für die Gänsel und die ganze Gänsefamilie nicht, denn auch die Gänsefrau sieht ihre Kleinen nicht mehr.

Gänsepaare leben nicht mehr zusammen, da wo Gänse industriell aufgezogen werden. Die Menschen sind ärmer ohne das Geschnatter einer Gans im Hof. Und trotzdem gibt es sie, die Biobauernhöfe, auf denen Gänsel völlig natürlich und glücklich aufwachsen und hervorragend gedeihen. Später schmeckt den Menschen das Fleisch solcher Gänsel auch viel besser als das Fleisch industriell gezogener Gänse.